Eikona Data Integration – Automatisch vernetzt

Blogbeitrag

Eikona Data Integration – Automatisch vernetzt

Effiziente Logistikprozesse bedingen eine gute Vernetzung aller Beteiligten und damit
schlanke, dynamische Schnittstellen

Ein Gütertransport ist auf seinem Weg vom Versender bis zum Empfänger oft eine Gemeinschaftsleistung mehrerer Unternehmen. Um diese Zusammenarbeit effizient zu organisieren, tauschen die Beteiligten ihre Auftragsdaten idealerweise möglichst durchgängig digital miteinander aus.

Dafür haben Logistiker mit ihren Kunden und Partnern über Jahrzehnte in aufwendigen Verhandlungen Schnittstellen eingerichtet, bei denen die Daten aus dem Ursprungssystem direkt in vorhandene Felder des Zielsystems übertragen werden. Zwischen dem Transport Management System (TMS) und dem ERP-System (Enterprise Ressource Planning) von Verladern passen die so übermittelten Daten aber oftmals nicht direkt in die Prozesslogiken der Anwendungen. Die Spedition muss zu den Aufträgen beispielsweise Produkte, Frankaturen und Packmittel erfassen – häufig durch manuelle Nacharbeit. Daten die für den Versender keine übergeordnete Rolle spielen.

Schnelle und direkte Zusammenarbeit
Um neue Kooperationen zu erleichtern und die Zusammenarbeit zu beschleunigen, hat EIKONA Logistics eine einfache, flexible und dynamische Lösung entwickelt. Das Modul EIKONA Data Integration aus der EIKONA Logistics Cloud ersetzt langwierige Verhandlungen über Datenformate, Felder und die passende Syntax. Es verfügt über einen Pool gängiger Branchenprotokolle mit den entsprechenden Codelisten von Unternehmen und Kooperationen, die der Nutzer passend zum Empfänger auswählt. Damit konvertiert das Tool die Daten automatisch in das benötigte Zielformat, auch individuelle CSV- oder XML-Formate.

Speditionen und ihre Kunden können auf diese Weise kurzfristig kooperieren und Daten ohne Systembrüche elektronisch miteinander austauschen. Das steigert die Effizienz in der Steuerung von Logistikprozessen erheblich. Darüber hinaus ermöglicht es die Statustransparenz in Echtzeit – eine zunehmend wichtige Grundanforderung vieler Auftraggeber. Ohne, dass dafür eine Sendungsrecherche in externen Systemen erforderlich wäre, erhalten sie nun sämtliche Fortschrittsdaten zu den Transporten bis hin zur voraussichtlichen Ankunftszeit (ETA) direkt in ihr ERP.

Vollständige Systemintegration
Im Tagesgeschäft eines Logistikdienstleisters verspricht die EIKONA-Lösung wesentliche Verbesserungen: Die Mitarbeitenden
der Spedition müssen nicht mehr parallel in mehreren Systemen und
Plattformen arbeiten. Das Tool integriert Speditionen in die Prozesse ihrer Kunden und Partnern durch folgende Funktionen:
• Vernetzung der Partner durch unterschiedliche Übertragungsprotokolle, wie: FTP, SFTP, FTPS, HTTP/Rest API, AS2
• Übersetzung eines technischen Datenformats in ein anderes (Syntax)
• Übersetzung unterschiedlicher Business-Logiken (Semantik)
• Konvertierung in Echtzeit
• Proaktives Monitoring der Datenflüsse

 EIKONA AG                                                                                                   Am Alten Bahnhof                                                                                   97332 Volkach                                                                                             Tel: +49 9381 / 71778-116

BTG Feldberg & Sohn GmbH & Co. KG

Blogbeitrag

BTG Feldberg & Sohn GmbH & Co. KG

Gut vernetzt, ist halb gewonnen – In Sachen IT gehörte die BTG schon seit den 80er Jahren zu den Early Adoptern

Die Fahrzeuge der BTG Feldberg & Sohn GmbH & Co. KG sind nicht zu übersehen. Knallrot lackiert sieht man sie besonders häufig in der Region um Bocholt, wo der Logistikspezialist seit 1894 seinen Sitz hat. Die ersten Transporte führte das Unternehmen noch mit Pferdefuhrwerken durch. Mit den Brüdern Jan (47) und Jörg Feldberg (44) steht inzwischen die vierte Generation in der Verantwortung für die heute rund 300 Mitarbeitenden, die der Logistikspezialist verteilt auf zwei Standorte in Bocholt beschäftigt.

Den größten Teil seines Umsatzes erwirtschaftet das Familienunternehmen mit Stückgut-Transporten. BTG unterhält unter anderem Linienverkehre nach Österreich, BeNeLux, Schweiz, Frankreich, Tschechien und Polen und ist Mitglied im ELVIS Teilladungssystem. Ohne Teil solcher Netzwerke zu sein, sei es für einen Mittelständler und noch dazu in diesem Geschäftsbereich heute schwierig, gleichzeitig eigenständig zu bleiben und rentabel zu wirtschaften, erklärt Jan Feldberg. Zum Leistungsspektrum zählen zudem Teil- und Komplettladungen, Umzüge sowie zahlreiche Value Added Services.

Organisiert wird all das in Bocholts neuem Industriepark-Süd, wo die BTG-Verwaltung seit nunmehr zehn Jahren ihren Sitz hat. 2.400 Quadratmeter Bürofläche hat das Unternehmen dort gebaut und 2012 bezogen. Auch Seniorchef Clemens August Feldberg (82) hat hier noch ein Büro und ist regelmäßig vor Ort, um die Entwicklung des Unternehmens aus nächster Nähe zu verfolgen und natürlich, um seine Söhne zu unterstützen, wo er nur kann. Es heißt schließlich nicht umsonst Familienunternehmen. Das Führungstandem hat die Verantwortungsbereiche derweil trennscharf verteilt. Jan Feldberg kümmert sich um die Finanzen und die IT, sein jüngerer Bruder Jörg managt den Vertrieb und die Produktion.

Neben der Verwaltung befindet sich auf dem gut 45.000 Quadratmeter großen Areal an der Wüppings Weide 1 auch die Umschlaghalle von BTG, 6.000 Quadratmeter groß, ausgestattet mit 75 Ladetoren. Außerdem untergebracht sind dort eine Werkstatt, eine Lkw-Waschanlage sowie eine Lkw-Tankstelle für den 60 ziehende Einheiten großen Fuhrpark. Rund zehn Millionen Euro hat das Familienunternehmen vor zehn Jahren in die Anlage investiert und damit seine Kapazitäten nahezu verdoppelt. Lagerhaltung und Kontraktlogistik finden seither auf dem alten Firmengelände am Schlavenhorst 72 statt. Aktuell stehen dort rund 21.000 Quadratmeter Fläche mit über 12.000 Palettenstellplätze zur Verfügung. Aber an einer Kapazitätserweiterung wird bereits gearbeitet. Seit Januar laufen die Bauarbeiten für drei neue Lagerhallen und ein neues Bürogebäude. Damit wächst die Lagerfläche auf über 30.000 Quadratmeter und rund 25.000 Stellplätze im Hochregal. Viel Platz für vielfältige Logistiklösungen.

Breit aufgestellt ist das Unternehmen auch was die Kundenstruktur betrifft. Der Größte Teil der Aufträge kommt von kleinen und mittelständischen Betrieben unterschiedlichster Branchen. Jörg Feldberg: „Von einzelnen großen Auftraggebern abhängig zu sein, ist riskant. Deswegen achten wir sehr auf Diversifikation und einen gesunden Kunden-Mix.“ Um die Transport- und Logistikaufträge so effektiv wie möglichst abwickeln zu können, setzt der Bocholter Logistikspezialist bereits seit den 80er Jahren auf die Unterstützung datenverarbeitender Systeme. Diese Offenheit gegenüber neuen Technologien pflegt auch die vierte Generation an der Unternehmensspitze.

Mehr noch, die Digitalisierung ist für BTG heute einer der zentralen Bausteine zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit. Statt auf Anwendungen von der Stange zu vertrauen, entwickelt das Unternehmen seine Software lieber selbst, maßgeschneidert und speziell auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten. Ein eigenes Kundenportal hat die hauseigene IT Abteilung ebenfalls bereits programmiert. Das Knowhow dafür stammt auch aus Kooperationen mit Hochschulen, die BTG regelmäßig sucht. Jan Feldberg: „Die Digitalisierung birgt nach wie vor Potenziale. Und die sind für den Early Adopter natürlich am größten. Oder anders gesagt: Zu den Technologieführern zu gehören, zahlt sich immer aus. Deswegen versuchen wir, immer nah dran zu sein an den neusten Entwicklungen.“

So kommt bei den Bocholter Logistikspezialisten beispielsweise ein Roboter zum Einsatz, der Paletten automatisch nach deren Qualität sortiert und gleichmäßig auf eine Höhe stapelt. Umgesetzt wurde das Projekt zusammen mit Werkstudenten verschiedener Universitäten und Fachhochschulen aus der Region. Die Erfahrungen, die das Unternehmen dabei gesammelt hat, sollen helfen, künftig weitere logistische Prozesse wie das Kommissionieren von Waren zu automatisieren. Jan Feldberg: „Wir reagieren damit auch auf den anhaltenden Fachkräftemangel und schaffen uns auf diese Weise die Möglichkeit, die knappen Personalressourcen an anderer Stelle effektiver einsetzen zu können.

Der Idee des Austausches und der Vernetzung halten Jan und Jörg Feldberg übrigens auch in anderen Bereichen die Treue. So ist die BTG beispielsweise Mitglied in gleich drei Kooperationen. Jörg Feldberg: „Wer als mittelständischer Logistiker im Segment Stückgut und Teilladungen nicht nur bestehen, sondern auch eine einigermaßen auskömmliche Marge erwirtschaften will, muss extrem flexibel sein. Diese Flexibilität sichern wir uns über unsere Mitgliedschaft in Ladungsverbünden wie beispielsweise ELVIS.“

Hohe Bedeutung misst das Familienunternehmen bei überdies dem Thema Nachhaltigkeit. Schon seit langem bietet der Logistiker seinen Kunden beispielsweise an, Transporte CO2 neutral durchzuführen. Jan Feldberg: „Dazu erstellen wir mittels einer zertifizierten Methode eine CO2-Bilanz und kümmern uns dann um den Ausgleich der verursachten Emissionen. Das machen wir durch den Erwerb von Ausgleichszertifikaten spezieller Anbieter, über die wiederum Projekte finanziert werden, die nachweislich und sinnvoll die Umweltbelastung reduzieren.“ Mehr als 15.000 Sendungen im Jahr transportiert der Bocholter Logistiker bereits auf diese Weise CO2-neutral. Auch in diesem Punkt zeigt sich, was BTG schon lange weiß: Gut vernetzt, ist halb gewonnen.

Jörg Feldberg

Geschäftsführer der BTG Feldberg & Sohn GmbH & Co. KG

Jan Feldberg

Geschäftsführer der BTG Feldberg & Sohn GmbH & Co. KG

Bildquelle Titelbild & Profilbild: BTG Feldberg  Sohn GmbH & Co. KG

ELVIS explosiv: Volker Wissing, bitte melden!

Blogbeitrag

ELVIS explosiv: Volker Wissing, bitte melden!

Ich räume ein: der gedankliche Abschied von Verkehrsminister a.D. Andreas Scheuer nach der Bundestagswahl im September vergangenen Jahres war verfrüht. Seit Ende März muss ich häufiger wieder an ihn denken. Genauer seit dem 25. März. An diesem für den deutschen Steuerzahler schwarzen Freitag hat das mit der grandios gescheiterten Pkw-Maut befasste Schiedsgericht verkündet: den Betreiberfirmen CTS Eventim und Kapsch TrafficCom steht „dem Grunde nach“ Schadensersatz zu. Wie hoch der ausfällt, wird noch verhandelt. Die Firmen fordern 560 Millionen Euro. Am Ende, davon darf man ausgehen, wird es genug sein, um Scheuer doch noch etwas länger in Erinnerung zu behalten.

Apropos: Ich kann mich gar nicht daran erinnern, in letzter Zeit mal etwas von unserem neuen Verkehrsminister, Volker Wissing, gehört oder gelesen zu haben. Der promovierte Jurist, der mit FDP-Ticket in der Tasche in die Berliner Invalidenstraße 44 eingezogen ist, ist nicht nur in den Medien wenig präsent, er sei auch für Branchenvertreter kaum greifbar, heißt es. Gut, Wissing hat viel zu tun. Scheuer weiß warum. An der Infrastruktur in Deutschland hinterlässt der Zahn der Zeit immer deutlichere Spuren. Viele Straßen und Brücken sind marode, mitunter sogar einsturzgefährdet wie die Rahmede Talbrücke auf der A45, die seit Ende vergangenen Jahres nun gesperrt ist – und mit ihr eine der Hauptachsen vom Ruhrgebiet gen Frankfurt am Main. Der Handlungsdruck ist immens und duldet keinen weiteren Aufschub. Das ist bekannt.

Nichtsdestotrotz sollte ein Ressortchef mindestens einen rudimentären Austausch mit derjenigen Branche pflegen, die von jeder seiner Entscheidungen mehr oder weniger unmittelbar betroffen ist: die Logistik, mithin eine der umsatzstärksten Geschäftszweige und systemrelevant obendrein. Da könnte man schon mal hinhören, wenn’s Probleme gibt. Und die gibt’s im Moment nun wirklich zuhauf.

Im Zuhören soll Scheuer übrigens ganz gut sein, heißt es aus gut informierten Kreisen. Nur die richtigen Schlüsse hat er halt nicht immer gezogen, moniert der Bund der Steuerzahler.

Ihr Jochen Eschborn

 

Jochen Eschborn
Vorstand der ELVIS AG

Profilbild Fotostudio Brückner Photo & Art Kerstin Zinngraf

Marodes Schienennetz: Mittelstand warnt vor Überlastung des Straßengüterverkehrs

Pressemeldung

Marodes Schienennetz: Mittelstand warnt vor Überlastung des Straßengüterverkehrs (Foto: Bild von AdobeStock von Kara)

Marodes Schienennetz: Mittelstand warnt vor Überlastung des Straßengüterverkehrs

Berlin, 02.06.2022 – Vor dem Hintergrund offensichtlicher Engpässe im deutschen Schienennetz warnen die Europäische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure AG (ELVIS) und der Bundesverband Der Mittelstand. BVMW vor neuen Schwierigkeiten für die ohnehin angespannten Lieferketten. Es drohe eine Überlastung des Straßengüterverkehrs, sollten aufgrund des Kapazitätsausfalls auf der Schiene mehr Gütertransporte auf die Straße verlagert werden, erklärten die Verbände jetzt gemeinsam in Berlin.

„Der Gütertransport per Bahn ist elementar für stabile und nachhaltige Lieferketten in Deutschland. Er spielt nicht nur eine Schlüsselrolle für die Erreichung der Klimaziele im Verkehrssektor, sondern trägt auch wesentlich dazu bei, die mittelständischen Straßenlogistiker zu entlasten“, sagte Markus Jerger, Vorsitzender des Bundesverbandes Der Mittelstand. BVMW. „Ein ganzheitlicher Logistik-Ansatz muss Straße und Schiene gemeinsam denken. Das marode und überlastete Schienennetz in Deutschland zwang schon in den vergangenen Wochen hunderte Güterzüge zeitweise aufs Abstellgleis. Es ist schwer zu verstehen, dass der Güterverkehr auf der Schiene durch offensichtlich mangelhaftes Baustellenmanagement nun komplett ausgebremst wird.“ Eine Vernetzung der Verkehrsträger werde so immer schwieriger. Jerger: „Für die angespannten Lieferketten ein weiterer Nackenschlag, für die Wirtschaft – insbesondere für die kleinen und mittleren Unternehmen – eine wahre Hiobsbotschaft.“

Ergänzend erklärt Nikolja Grabowski, Vorstand der ELVIS AG: „Bereits heute haben Straßenlogistiker mit vielfältigen Herausforderungen wie dem anhaltenden Fahrermangel zu kämpfen, die sie wirtschaftlich an ihre Grenzen bringen. Gleichzeitig ist die Lage bei den Frachtkapazitäten äußerst angespannt. Sollte das Wirrwarr im Bahnverkehr die Nachfrage nach Straßentransportkapazitäten weiter befeuern, könnte sich die Situation zuspitzen.“ Viel mehr als mit zusätzlichen Transportaufträgen sei den mittelständischen Spediteuren und Frachtführern mit einer auskömmlichen Preisgestaltung gedient. Darüber hinaus gelte es, endlich niedrigschwellige Angebote zu konzipieren, die den Schienen- und den Straßengüterverkehr sinnvoll miteinander kombinieren. „Ansonsten“, so Grabowski, „ist die Frage letztlich nicht mehr, zu welchem Preis, sondern ob überhaupt ein Transport durchgeführt werden kann.“

Notwendigkeit und Mehrwert von Vernetzung

Blogbeitrag

Notwendigkeit und Mehrwert von Vernetzung

The world is a village

Die Welt ist ein Dorf – man kann sicher sein, dieser Satz fällt, laufen sich Bekannte fern der Heimat unerwartet über den Weg. Und wohl nie traf diese Aussage besser zu als heute. Für jene, die wollen, ist die Welt heute 24 Stunden am Tag ein – zumindest digitales – Dorf. Über das Internet und seine Plattformen, Podien und Foren ist nahezu jeder Ort und jeder Mensch jederzeit erreichbar. Alle sind miteinander in Kontakt, alles ist vernetzt, selbst Maschinen und Geräte.

Seit Datenströme dichtgewebt den Globus umspannen, durch Tiefseekabel und über Satelliten geleitet, sind die Menschen sich über alle Entfernungen hinaus näher denn je. Die Digitale Revolution, die im ausgehenden 20. Jahrhundert ihren Anfang fand, beeinflusst nahezu alle Lebensbereiche und hat einen digitalen Lebensstil entstehen lassen. Wirtschafts- und Arbeitswelt, Öffentlichkeit und Privatleben haben sich binnen kürzester Zeit rapide verändert. Die neuen Medien prägen das Kommunikationsverhalten, die Sprachkultur und sogar Sozialisationsprozesse. Über das Internet of Things (IoT), das Internet der Dinge, kommunizieren mittlerweile sogar Maschinen und Geräte autonom miteinander. Der letzte Umbruch vergleichbaren Ausmaßes war die industrielle Revolution vor 200 Jahren.

Nur nicht den Anschluss verlieren!

Die Folgen für die Wirtschafts- und Arbeitswelt sind auch diesmal gravierend. Unter diesen Gegebenheiten erfolgreich zu wirtschaften und die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens zu sichern, ist eine große Herausforderung. Denn das Neue eröffnet nicht nur bis dato ungeahnte Möglichkeiten; die Risiken, die es birgt, sind kaum minder groß. Als gesichert gelten darf jedoch: Für diejenigen, die sich dem Wandel verschließen, wird es schwieriger als für diejenigen, die versuchen, ihn aktiv zu gestalten. Abwarten und Tee trinken empfiehlt sich also nicht. Das Gebot der Stunde lautet stattdessen: nur den Anschluss nicht verlieren! Und damit ist sowohl jener ans digitale Netz gemeint als auch die Einbindung in operative Netzwerke. Das gilt besonders für Betriebe, die ihre Leistungen an verschiedenen Stellen entlang einer Wertschöpfungskette erbringen, wie es Logistiker in der Regel tun.

Etwas von A nach B transportieren oder sachgemäß lagern, hat vielleicht gestern gereicht, um gewinnbringend zu wirtschaften. Heute ist die Implementierung der Logistik in den Unternehmensprozessen essenziell und bildet die Basis für die Wettbewerbsfähigkeit einer jeden Unternehmung. Deshalb verlangt die Industrie 4.0 eine vernetzte, dezentralisierte und echtzeitfähige Logistik. Unternehmen, die noch nicht sämtliche Prozesse digitalisiert haben, die ihre Daten noch nicht systematisch speichern, auswerten, archivieren und teilen, werden es insofern sehr schwer haben, sich weiter am Markt zu behaupten. Eine entsprechende IT-Infrastruktur, leistungsfähige Softwarelösungen und natürlich das Know-how für deren Bedienung sind die Minimalvoraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmenszukunft. Aber nicht die einzige. Genauso wichtig – und dieser Aspekt wird nach wie vor oft übersehen – sind die Bereitschaft und die Fähigkeit zur Kooperation. Denn Wertschöpfungsketten lassen sich mittels digitaler Lösungen nur dann optimieren, wenn die beteiligten Unternehmen auch auf operativer Ebene gemeinschaftlich arbeiten. Einhergehend mit der Digitalisierung haben Netzwerke und Kooperationen deshalb stark an Bedeutung gewonnen. Und die steigenden Anforderungen in puncto Nachhaltigkeit und Umweltschutz haben diesen Trend, man könnte auch Paradigmenwechsel sagen, noch verstärkt.

Mehr Effizienz durch das Bündeln und Optimieren von Transportströmen

Hat der singuläre Wettbewerb damit ausgedient? Mit Ja oder Nein ist diese Frage kaum hinlänglich zu beantworten. Allein die Herausforderungen der Digitalisierung und des Klimaschutzes haben jedoch Ausmaße, die wohl nur wenige Unternehmen sinnvoll allein werden meistern können. Erfolgsversprechender scheint die gemeinsame Entwicklung von Lösungen. So hat beispielsweise das EU-Förderprojekt NexTrust ergeben, dass sich über das Bündeln und Optimieren von Transportströmen in Netzwerken mit gleichberechtigten Partnern und sogar Wettbewerbern erhebliche Effizienzgewinne erzielen lassen – sowohl bei Stückgut- und Ganzladungsverkehren als auch bei kombinierten Verkehren. Und das kartellrechtskonform und unter Einhaltung unternehmensinterner Compliance-Regeln. Voraussetzung hierfür, so das NexTrust-Konsortium, sei jedoch der offene Austausch aller nicht kommerziell sensibler Informationen zwischen den Kooperationspartnern.

Der Großteil der deutschen Logistiker dürfte hierfür mittlerweile gerüstet sein. Doch selbst für Unternehmen, die dem Thema Digitalisierung besondere Aufmerksamkeit schenken und in diesem Bereich schon viel erreicht haben, ist es mitunter schwierig, einen reibungslosen Datentransfer sicherzustellen. Vor allem, weil ein einheitlicher Kommunikationsstandard fehlt. Die Karte der in der Logistik gebräuchlichen Datenformate gleicht dem berühmten Flickenteppich. Damit die vielen verschiedenen Systeme überhaupt miteinander kommunizieren können, müssen die Softwareanbieter Schnittstellen programmieren. Eine aufwendige und teure Lösung. Und eine fehleranfällige. Denn von Station zu Station werden die Informationen so x-mal konvertiert. Dabei gibt es immer wieder Inkompatibilitäten, die zulasten der Datenqualität gehen.

Flexibilität und Skalierbarkeit

An einer grundsätzlichen Lösung für dieses Problem arbeitet aktuell das noch junge Start-up NeoCargo aus Karlsruhe (lesen Sie hierzu auch das Interview auf Seite 10). Das Gründerteam will ein Angebot schaffen, das angeschlossenen Logistikunternehmen den verlustfreien Datenaustausch mit allen gängigen Systemen der Branche erlaubt und so die Kommunikation in Netzwerken, Kooperationen und Allianzen auf ein neues Niveau hebt. Das Ergebnis sind mehr Möglichkeiten und mehr Flexibilität. Die Basis dafür bildet ein Datenformat, das speziell für die Logistik konzipiert wurde und deshalb alle im speditionellen Alltag gebräuchlichen Wertebereiche abbilden kann. Unternehmen, die sich NeoCargo anschließen, sprechen sozusagen dieselbe Sprache. Erforderlich ist lediglich noch eine Schnittstelle vom jeweiligen Transport-Management-System zu NeoCargo. Über den Karlsruher Daten-Hub können die so generierten Daten zudem ausgewertet und beispielsweise intelligente Lösungen für Pool-Konzepte entwickelt werden. Netzwerken in seiner modernsten Form.

Vernetzung und Kooperation: ELVIS news 1/2022

ELVIS News

Vernetzung und Kooperation: ELVIS news 1/2022

Kriege, vor allem der Angriff Russlands auf die Ukraine, die Corona-Pandemie und der Klimawandel dominieren nicht nur die Nachrichten, sie wirken sich auch in gravierendem Maße auf Wirtschaft und Gesellschaft aus. In dieser Gemengelage zeigt sich einmal mehr, dass Kooperationen und Netzwerke vor allem mittelständischen Unternehmen große Vorteile bieten. Denn über sie lässt sich die Effizienz oft beträchtlich steigern – und das bei sehr überschaubaren Aufwand.

Abschlussbericht Zugang zu Nachhaltigkeit in Burundi 2021

Abschlussbericht Zugang zu Nachhaltigkeit in Burundi 2021

Positive Entwicklung im Projektgebiet

Das ELVIS-Projekt Weihnachten 2020 wurde im vergangenen Jahr zusammen mit World Vision umgesetzt. Dabei handelt es sich um ein Teilprojekt eines größer angelegten Programms in der Region Muyaga, das drei Schwerpunkte beinhaltet: Bildung, Lebensmittel- und Ernährungssicherheit, gesellschaftliches Engagement und Sponsoring.

Viele Kinder unter 5 Jahren waren in den Projektgemeinden unterernährt, erhielten keine abwechslungsreichen und nahrhaften Nahrungsmittel und besuchten die Schule nicht regelmäßig oder brachen diese ab.

Seit dem Start des Projektes wurden 15 landwirtschaftliche Berater und 30 Gesundheitshelfer in der Region eingesetzt und konnten so den Ernährungszustand der Kinder vor Ort verbessern. Die Bauern erhielten Zugang zu verbesserten landwirtschaftlichen Betriebsmitteln und konnten somit zu einer Qualitätsverbesserung der Lebensmittel beitragen. Dazu gehörte auch die Schulung der Landwirte im Anbau von Saat- und Pflanzgut sowie die Verfügbarkeit von geeigneten Saaten für den in der Region typischen Boden.

In der Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz wurden in den umliegenden Schulen und Gesundheitseinrichtungen Wissen über das hygienische Händewaschen vermittelt und das Bewusstsein für Hygiene im Alltag gestärkt. So kann die Bevölkerung mit einfachsten Mitteln Krankheiten entgegenwirken.

Daneben profitierten viele Familien in der Region von Workshops wie „Celebrating Families“. In diesen Veranstaltungsreihen wurden Frauen und Männer über ein harmonisches Familien- und Zusammenleben informiert und über die Gefährdung von Kindern im Zusammenhang mit traditionellen afrikanischen Praktiken aufgeklärt. Unter anderem wurden die Workshop-Teilnehmer über Kinderrechte aufgeklärt, um beispielsweise eine Heirat im Kindesalter zukünftig zu unterbinden und sich für die Bedürfnisse von Kindern einzusetzen.

Erfahrungsbericht

Nadeige ist 12 Jahre alt und lebt mit ihren beiden Eltern zusammen. Sie hat 5 Geschwister und ihre Eltern gehören zu den Bauern in der Gegend, die von den Maßnahmen profitiert haben.

„Meine Eltern haben sich Tag und Nacht gestritten, und zwar so sehr, dass selbst unsere Nachbarn und unser Dorfvorsteher es leid waren, immer wieder zu uns nach Hause zu kommen, um ihre Konflikte und Probleme zu lösen. Wenn sie sich abends stritten, schliefen wir ein, ohne vorher etwas zu essen, und sind deshalb am nächsten Tag hungrig zum Unterricht gegangen. Ich und meine ältere Schwester Marlene hatten die Schule abgebrochen. Wir hatten keine Kleidung und mein Vater war ständig betrunken. Unsere Ernte wurde verkauft, und mein Vater hatte eine andere Frau aus einer benachbarten Gemeinde. Wir hatten die Fürsorge und Liebe unseres Vaters verloren. Meine Mutter war verzweifelt und hoffnungslos. Alle im Haus waren traurig wegen des Verhaltens unseres Vaters“, sagte Nadeige.

Als World Vision meine Eltern einlud, an dem Workshop „Celebrating Families“ in Cankuzo teilzunehmen, veränderte sich unser Familienleben positiv, so Nadeige weiter.

Dieses Projekt entsteht in Kooperation mit World Vision.

Gemeinsame mit ELVIS und den ELVIS Partnern sorgt World Vision im Projektgebiet für bessere Lebensumstände der ansässigen Bevölkerung. Dabei wird Wissen vermittelt, um Saatgut zu vermehren, richtig zu lagern und die Fruchtbarkeit der Böden durch entsprechende Maßnahmen zu verbessern. So können sich die Familien selbstständig ernähren und zu viel produzierte Ware regional verkaufen.

Name des Projekts:

Zugang zu Nachhaltigkeit in Burundi

Burundi

Projektland

2020

Projektjahr

4711

Projektnummer

Klimaneutrale Transporte durch CO2-Zertifikate

Blogbeitrag

Klimaneutrale Transporte durch CO2-Zertifikate

In der Logistik-Branche spielt der Klimaschutz eine immer stärkere Rolle. Daher haben wir beim Europäischer Ladungsverbund Internationaler Spediteure AG (ELVIS) ein Programm ins Leben gerufen, um unseren Partnern einerseits die Möglichkeit zu geben, durch eine zertifizierte CO2-Kompensation klimaneutrale Transporte anzubieten. Andererseits bieten die Zertifikate ein Alleinstellungsmerkmal auf dem hart umkämpften Logistikmarkt.

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Umweltschutz in der öffentlichen Wahrnehmung wächst seit Jahren rapide. Auch für die Logistik spielt der Klimaschutz eine zunehmend größere Rolle. Den Verladern ist zunehmend wichtiger, entlang der Supply Chain klimafreundlich oder sogar -neutral zu agieren. Deshalb haben wir vom Europäischer Ladungsverbund Internationaler Spediteure AG (ELVIS) ein Programm ins Leben gerufen, das es unseren Partnern erlaubt, im Zuge einer zertifizierten CO2-Kompensation klimaneutrale Transporte anzubieten – und geben ihnen so ein Alleinstellungsmerkmal an die Hand. Roland Rüdinger, Inhaber der Rüdinger Spedition GmbH, freut sich darüber, dass das Interesse der Verlader daran „groß und die entsprechenden Willensbekundungen zahlreich“ sind. Das Unternehmen aus Krautheim in Baden-Württemberg gehört zu den ersten Partnern, die an unserem Programm teilnehmen.

Kompensation als einzige Lösung

Das Problem ist bis heute: Es gibt noch keine praxistaugliche, umweltschonendere Alternative zum Dieselmotor. Jürgen Trutnau, der das Programm bei uns betreut, erklärt: „Spediteure und Frachtführer stecken in dem Dilemma, ihren CO2-Ausstoß nicht aus eigenen Mitteln signifikant reduzieren oder gar vermeiden zu können.“ Bis das so weit ist, bleibt eine Zertifizierung nach dem anerkannten Gold-Standard, der auch vom Umweltbundesamt empfohlen wird, die einzige Lösung. Trutnau sagt: „Es kommt hier nur eine Kompensation der erfolgten Emissionen in Betracht.“

Wie hoch diese ausfällt, ist abhängig vom jeweiligen Sendungsgewicht sowie des zulässigen Gesamtgewichts des Lkw, des Fahrzeugtyps (Hänger/Auflieger-Lkw, Solo-Lkw, Kühl-Lkw), der Auslastung des Lkw unter Berücksichtigung von Beiladungen, der gefahrenen Strecke und dem Anteil der Leerfahrten. Im Fall der Rüdinger GmbH betragen die Kompensationskosten durchschnittlich zwei Prozent der jeweiligen Transportkosten. „Bezogen auf die Gesamtkosten ist das nicht viel, aber in der stark preisgetriebenen Transport- und Logistikbranche für einige noch immer zu teuer“, weiß Rüdinger. Dennoch sei das Kompensationsprogramm ein großer Gewinn, da es die Verhandlungsposition und das Ansehen der Spediteure in der Öffentlichkeit stärke und gleichzeitig ein Alleinstellungsmerkmal für die Partnerunternehmen darstelle. „Wir können jetzt mit einem Konzept an die Verlader herantreten, das klar definiert und transparent berechnet ist“, sagt Rüdinger. Überdies stechen unsere Partner mit dem neuen Angebot im umkämpften Logistikbranche heraus und heben sich von der Konkurrenz ab.

Zertifikate finanzieren Klimaschutzprojekte

Technisch erfolgt die Kompensation über den Erwerb von Zertifikaten der Gold-Standard-Foundation, einer Non-Profit-Organisation, die in der Schweiz registriert ist. Mit den Einnahmen werden vor allem Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern finanziert, die Kohlenstoffdioxid binden oder Emissionen vermeiden und so die Umweltbelastung reduzieren. Übrigens: Nur Projekte, die nachweislich zur Reduktion von Treibhausgasen führen sowie gut für die Bevölkerung und Umwelt vor Ort sind, werden von „The Gold Standard“ zertifiziert. Für Roland Rüdinger ist das der richtige Weg, er fordert ein Umdenken im Zusammenhang mit dem Konsumverhalten und betont: „Allen muss klar sein, dass der Schutz unserer Umwelt nun mal nicht zum Nulltarif zu haben ist.“

Über den Interviewpartner

  • Die Rüdinger Spedition GmbH wurde 1930 mit Spezialisierung auf Viehtransporte gegründet. Schon frühzeitig kam der Personentransport als weiteres Standbein hinzu.
  • Heute führt Roland Rüdinger das Unternehmen in dritter Generation mit mehr als 500 Mitarbeitern und 180 Fahrzeugen.
  • XXL-Transporte und Lang-Lkw sind die Fachgebiete, wobei der Firmeninhaber auch viel Wert auf die Digitalisierung im Unternehmen legt. IT-gestützt sind viele Abläufe und Abteilungen miteinander verbunden und führen das Familienunternehmen in die digitale Zukunft.

Titelbild little-girl-running Bild von Jill Wellington auf Pixabay
Profilbild Rüdinger Spedition GmbH

ELVIS AG und BVMW: Preisdruck auf die Logistikbranche nimmt bedenkliches Ausmaß an

Pressemeldung

ELVIS AG und BVMW fordern ein Handeln der Politik.

ELVIS AG und BVMW: Preisdruck auf die Logistikbranche nimmt bedenkliches Ausmaß an

Berlin, 07.04.2022 – Der Überlebenskampf geht weiter: Die stark angestiegenen Kraftstoffpreise verschärfen die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage im Transportsektor. Gemeinsam fordern der Europäische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure (ELVIS AG) und der Verband Der Mittelstand. BVMW daher nun endlich wirksame Entlastungen für die Spediteure: „Politik und Verwaltung müssen für mehr Transparenz auf dem Treibstoffmarkt sorgen und sicherstellen, dass sinkende Weltmarktpreise an den Endverbraucher weitergegeben und nicht zur Gewinnmaximierung genutzt werden.“

„Der Transport- und Logistiksektor steht nach wie vor unter enormem Druck. Nach zwei Pandemiejahren können die meisten Unternehmer ohnehin noch nicht aus dem Vollen schöpfen. Das derzeitige Preisniveau beim Kraftstoff verschärft diese Lage weiter und bremst die langsam einsetzende Erholung aus. Erschwerend hinzu kommt der eklatante Fahrermangel, mit dem wir in Deutschland seit Jahren zu kämpfen haben und der sich durch den Ukraine-Krieg nun nochmals verschärft hat“, erklärt Nikolja Grabowski, Vorstand der ELVIS AG. „Insgesamt haben die Speditionen also mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen, auf deren Lösung sie keinen Einfluss haben. Die im Rahmen des Entlastungspakets zugesagte Dieselpreissenkung könne zwar helfen, kurzfristig Liquidität zu sichern, eine substanzielle Unterstützung für die Unternehmen sieht allerdings anders aus.“

Am 23. März 2022 hatte sich der Koalitionsausschuss auf ein zweites Entlastungspaket geeinigt, das unter anderem die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe für drei Monate vorsieht. Bisher ist allerdings noch nicht abgeschlossen geklärt, wann die Absenkung wirksam wird. Dazu Markus Jerger, Vorsitzender des Verbandes Der Mittelstand. BVMW: „Für einen mittelständischen Spediteur bedeuten allein die aktuellen Preissteigerungen an der Zapfsäule schnell zusätzliche Kosten von mehreren Hunderttausend Euro pro Jahr. Gleichzeitig sind auch die Kosten für den Zusatzstoff AdBlue dramatisch gestiegen. Die Unternehmen brauchen deshalb wirksame Hilfen, und sie brauchen diese Hilfen jetzt. Das bisherige Entlastungspaket kann deshalb nur der Anfang sein. Bessert die Bundesregierung das Paket nicht umfassend nach und setzt die Maßnahmen sofort um, droht vielen mittelständischen Transportunternehmen das Aus. Der daraus resultierende flächendeckende Ausfall von Transportkapazitäten hätte verheerende Folgen für die Stabilität der Lieferketten in Deutschland.“

Zusätzlich betonen beide Verbände die Bedeutung funktionierender Marktmechanismen und einer fairen Preisbildung am Energiemarkt und fordern die Bundesregierung auf, effektivere Kontrollmechanismen einzusetzen, damit sinkende Preise auf den Rohstoffmärkten auch tatsächlich bei den Endkunden ankommen.

„Wir konnten zuletzt beobachten, dass steigende Rohölpreise die Treibstoffpreise explodieren ließen, während sinkende Rohölpreise nicht an die Endkunden weitergegeben wurden. Es darf nicht sein, dass die Mineralölkonzerne auf Kosten des Mittelstandes und der gesamten Bevölkerung ihrem Profitdrang frönen. Die Bundesregierung muss deshalb alle zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen, um einen funktionierenden Markt zu garantieren“, so Jerger und Grabowski abschließend.

Digitalisierung der Transport- und Logistikbranche: Die Anforderungen werden massiv steigen

Blogbeitrag

Digitalisierung der Transport- und Logistikbranche: Die Anforderungen werden massiv steigen

Die vierte industrielle Revolution, die Digitalisierung der Wirtschaft, tobt mit voller Kraft in den Unternehmen von Industrie und produzierendem Gewerbe. Längst hat die Dynamik der Entwicklung auch die Logistik erfasst. Doch viele Spediteure und Transportdienstleister scheinen sich dem Ernst der Lage nicht bewusst zu sein.
Dazu haben wir mit Prof. Dr. rer. pol. Franz Vallée ein Interview geführt.

ELVIS: Wie beurteilen Sie die Leistungsfähigkeit der Branche im internationalen Vergleich?

Vallée: Logistik made in Germany ist auch heute noch ein Trumpf. Wenn man sich in der Branche umschaut, findet man nach wie vor einige spannende, internationale Projekte. Nichtsdestotrotz müssen wir aufpassen, nicht von anderen Nationen abgehängt zu werden. Die Logistik hierzulande droht vor allem im wichtigen Bereich der Digitalisierung ein bisschen den Anschluss zu verlieren.

ELVIS: Manche Lieferkette ist unter den Belastungen der Pandemie gerissen. Müssen sich die Transportdienstleister deswegen Kritik gefallen lassen?

Vallée: Kritik insofern ja, als dass an vielen Stellen nicht offen genug kommuniziert wurde. Natürlich waren die Unternehmen oft aufgrund der außergewöhnlichen Gegebenheiten schlichtweg nicht in der Lage, alle Lieferversprechen zu halten. Ihnen die alleinige Schuld für die
zahlreichen Lieferprobleme zuzuschieben, wäre deshalb zu kurz gesprungen. Gleichwohl zeigt sich, dass die Kommunikation entlang der Wertschöpfungskette verbessert werden muss, dass Informationen besser geteilt werden müssen, um künftig schneller und flexibler auf Unwägbarkeiten reagieren zu können.

ELVIS: Wie wird sich das Anforderungsprofil der Branche in den kommenden Jahren verändern?

Vallée: Die Anforderungen an die Logistik werden massiv steigen. Die Spediteure sehen sich schon heute häufig sehr individuellen Kundenwünschen konfrontiert. Dieser Trend wird sich noch verstärken. Dazu sind die Kunden wegen der fortschreitenden Digitalisierung immer besser informiert und haben hohe ökologische und soziale Ansprüche. Das heißt, das Thema Nachhaltigkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung – sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich, die im Übrigen auch stärker miteinander verschmelzen werden. Der zweite Treiber ist die Entwicklung der Märkte, die globaler und gleichzeitig transparenter und dynamischer werden. Stark beeinflussen werden die Branche aber auch neue Technologien. Die Stichworte lauten unter anderem Autonomes Fahren, Künstliche Intelligenz und Robotik.

ELVIS: Was muss ein Logistiker können, um in diesem Umfeld zu bestehen?

Vallée: Vor einigen Jahren hätte ich noch gesagt: IT-Knowhow ist zwingend erforderlich. Heute bin ich überzeugt, dass Kenntnisse der klassischen
Informatik allein nicht reichen werden, um die anstehenden Transformationsprozesse erfolgreich zu gestalten. Dafür braucht es zusätzlich Change-Management-Kompetenzen, die Fähigkeit, mit sehr unterschiedlichen Gruppen zusammenzuarbeiten und zu  kommunizieren. Das Geschäftsmodell des – ich nenne es mal – klassischen Palettenschiebers wird keine auskömmlichen Margen mehr abwerfen. Intensiv beschäftigen müssen sich die Unternehmen aber auch mit dem Thema Nachhaltigkeit – und zwar sowohl bezogen auf die eingesetzten Technologien als auch auf den Umgang mit ihren Arbeitnehmern.

ELVIS: Die Transportbranche ist mittelständisch geprägt. Wo sehen Sie für die Unternehmen die größten Zukunftsgefahren?

Vallée: Die größte Gefahr sehe ich darin, dass die Chancen der Digitalisierung unterschätzt und daraus keine Wettbewerbsvorteile gezogen werden. Ein Logistiker, der diesbezüglich die Zeichen der Zeit nicht erkennt, wird potenziellen Kunden die Frage, warum man gerade ihn mit dem Auftrag betrauen sollte, schon bald nicht mehr zufriedenstellend beantworten können.

ELVIS: Obwohl sie für unsere Gesellschaft elementar ist, hat die Branche ein eher schlechtes Image. Warum eigentlich?

Vallée: Die Logistik hat es jahrelang versäumt, Selfmarketing zu betreiben. Sie ist in vielen Bereichen besser als ihr Ruf, hat ihre Erfolge aber nicht gut genug kommuniziert. Das ist der eine Punkt. Ein anderer sind die nach wie vor sehr niedrigen Löhne, die in der Branche gezahlt werden. In Kombination mit der Erwartung vieler Online-Käufer, für den Versand bestellter Waren nichts zahlen zu müssen, hat sich im Laufe der Zeit der Eindruck verfestigt, dass logistische Leistungen umsonst zu haben sind. Und was nichts kostet, ist in der öffentlichen Wahrnehmung eben auch nichts wert. Das ist Gift fürs Image und auch nicht nachhaltig.

Über den Interviewpartner

  • Prof. Dr. rer. pol. Franz Vallée ist Geschäftsführender Gesellschafter der VuP GmbH, Logistik- und IT-Beratung und leitet den Masterstudiengang Logistik der Fachhochschule Münster.
  • Der Betriebswirt engagiert sich als Regionalgruppensprecher der Bundesvereinigung für Logistik (BVL) in der Regionalgruppe Münster/Osnabrück.
  • Ein weitreichendes Know-How kann er in den Bereichen IT, Organisation, Logistik und Controlling vorweisen.

Titelbild highway von flo222 auf Pixabay

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir haben Ihre Angaben erhalten und setzen uns zeitnah mit Ihnen in Verbindung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir haben Ihre Angaben erhalten und setzen uns zeitnah mit Ihnen in Verbindung.

Die gewünschten Informationen stehen nun zum Download zur Verfügung!

Die gewünschten Informationen stehen nun zum Download zur Verfügung!

Herzlichen Dank für Ihre Anmeldung! Wir freuen, dass Sie an der diesjährigen Aktion "Spenden statt Geschenke" teilnehmen & werden Sie in Kürze kontaktieren.

Herzlichen Dank für Ihre Anmeldung! Wir freuen uns, Sie auf der Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

Die gewünschten Informationen stehen nun zum Download zur Verfügung!

Herzlichen Dank für Ihre Anmeldung! Wir freuen uns, Sie auf der kommenden ELVIS Partnerversammlung 2024 in Frankfurt am Main begrüßen zu dürfen.

Die gewünschten Informationen stehen nun zum Download zur Verfügung!

Die gewünschten Informationen stehen nun zum Download zur Verfügung!

Die gewünschten Informationen stehen nun zum Download zur Verfügung!

Die gewünschten Informationen stehen nun zum Download zur Verfügung!